Mittwoch, 29. Oktober 2008
Offshore Safety II
Offshore Safety

Mit großen Schritten nähere ich mich meinem ersten Offshore Aufenthalt. Heute habe ich bereits den zweiten Tag des dafür notwendigen Offshore Safety Kurses absolviert.
Nachdem man sehr ausführlich darüber informiert wird, wie man auf ca. 150 unterschiedliche Arten offshore den Löffel abgeben kann, hat man stundenlang Spaß in seinem Survivalanzug. Heute haben wir unsere Anzüge in der 10 °C kalten Nordsee ausprobiert. Das macht echt Spaß, weil die Anzüge dem Körper eine zusätzliche Auftriebskraft von ca. 15 kg geben - man muss also nicht schwimmen, sondern nur paddeln ;-)
Allerdings schränkt das auch die Bewegungsfreiheit ein, so daß es gar nicht so einfach war in eine Rettungsinsel zu klettern. Außerdem haben wir die Evakuierung durch ein Freefallrettungsboot geprobt. Allein der Einstieg ist schon nicht einfach - in ein Boot von ca. 10m Länge und 3m Breite passen um die 40 Leute - in zwei Etagen sitzt man dort wirklich wie die Hühner auf der Stange. Der Sturz von 10 bzw. 15m Höhe, beim dem man bis zu 90 km/h beschleunigt, ist uns erspart geblieben: Aus Sicherheitsgründen werden diese
Freefallboats für Trainingszwecke nicht mehr verwendet – sehr beruhigend für den Ernstfall, oder?
Morgen werden Brandbekämpfungsmaßnahmen geprobt und am Freitag die Helikopter Absturz Simulation bei der man sich in seinem Survivalanzug aus dem unter Wasser rotierenden Gehäuse eines Helikopters befreien muss.
Samstag, 25. Oktober 2008
Trinkt mehr Öl!
Deshalb habe ich mir überlegt, die Popularität meines Blogs zu nutzen, um die heimische Nachfrage ein bisschen anzukurbeln. Ansonsten könnte es passieren, dass Weihnachten die Kollekte anstatt für „Brot für die Welt“ für die internationale Ölindustrie eingesammelt wird.
Und wenn dieser Appell nichts bewirkt: Denkt doch auch mal an Euren Marius! Ihr lasst mich hier oben doch nicht verhungern, oder?
Wie wäre es also z.B., wenn Ihr heute Nachmittag einfach mal bei Eurer Lieblingstanke vorbeischaut, Euch nen Schokoriegel gönnt und nebenbei mal wieder voll tankt? Und wenn man schon mal da ist, kann man ja noch ein paar Liter Motoröl mitnehmen…
PS: Damit Ihr das Drama live mitverfolgen könnt, habe ich in der rechten Leiste einen Crude Oil Chart installiert. Nur zu: Weidet Euch an meinem finanziellen Ruin! ;-)
Montag, 20. Oktober 2008
Drilling isn't boring
Nach vierstündigem Crashkurs der Choreografie wurde sofort vom 15-köpfigen Filmteam gedreht. Ich habe aufgehört zu zählen, aber ich glaube wir haben das ganze ca. 30 mal durchgetanzt. Ich sag's Euch - Showbusiness isn't easy. Keep on smiling... Oh mann! Den Refrain "We were born to be black gold hunters" habe ich seitdem als Ohrwurm. Am nächsten Tag haben wir noch ein paar kleinere Szenen in den Büros gedreht.
Vielleicht bekomme ich auch eine Version des fertigen Videos - dann gibt's sicherlich was zu lachen für Euch: Drilling isn't boring!
Samstag, 18. Oktober 2008
Familienplanung
Aber glücklicherweise arbeite ich ja nicht in Spanien...
Mittwoch, 15. Oktober 2008
I'am singing in the rain...
Es regnet momentan fast jeden Tag und das in fast allen Variationen: Nieselregen, einzelne dicke Tropfen, überraschender Regenguss bei blauem Himmel, Dauerregen, von oben, von der Seite...

Daraufhin habe ich mal die Klimadaten rausgesucht - und tatsächlich: In Bergen regnet es durchschnittlich 248 Tage im Jahr, was ungefähr eine Niederschlagssäule von 2000mm entspricht. Das ist mehr als dreimal soviel wie in Hannover und immerhin noch eineinhalb mal soviel wie in Clausthal!
Das gute daran ist: Ich bin gezwungen, mir eine neue Funktionsjacke zu kaufen, da meine alte den Anforderungen dieser Klimazone nicht mehr gerecht wird. ;-)
Eventuell installiere ich hier noch eine Votingfunktion, mit der die Blogbesucher über die Farbe entscheiden können - denn eins ist klar: grau gibt's hier schon viel zu häufig, es muss Farbe her! Wie wäre es z.B. mal wieder mit rot?
Samstag, 11. Oktober 2008
Bohren und bohren lassen
Ganz so schnell, wie von Euch vielleicht vermutet, kommt man natürlich nicht auf die Insel. Bevor man tatsächlich mit einer Bohrung beginnt, sind ein Haufen anderer Arbeiten zu erledigen. Das beginnt bei den Geologen und Reservoir-Ingenieuren, die entscheiden, ob und wo gebohrt werden soll. Anschließend stellt der Bohringenieur (im Büro und nicht auf der Plattform) ein Bohrprogramm auf, wie die gesteckten Ziele am effizientesten zu erreichen sind. Dieser Planungspart macht einen erheblichen Teil des gesamten Bohrprojektes aus. Die Durchführung und Überwachung des Bohrprozesses findet abschließend natürlich auf der Plattform statt.
Bevor ich aber auch nur ein Bohrprogramm erstellen kann, muss ich in unzähligen Kursen ersteinmal angelernt werden. Montag fliege ich zu meinem ersten Kurs (Casing String Design) nach Stavanger. Ende des Monats nehme ich dann am Safety Kurs teil, der für einen Offshore-Aufenthalt Pflicht ist.
Da bei uns in der Abteilung ein wenig Personalknappheit herrscht, hat mir mein Chef angeboten, die Planung der übernächsten Bohrung zu übernehmen – selbstverständlich mit Unterstützung eines erfahrenen Ingenieurs. Das wird meine erste große berufliche Herausforderung sein – neben der norwegischen Sprache ;-)
Donnerstag, 9. Oktober 2008
Schafsköpfe

Oha! Bei einem Teambuilding Seminar musste ich - durch einige Aquavit unterstützt - eine norwegische Spezialität probieren: Schafskopf. Der Kopf wird nach der Schlachtung zwei Tage in einer Salzlake aufbewahrt, anschließend über einem Feuer geröstet und dann halbiert, um auf einem Teller neben ein paar Kartoffeln und einem Kohlrabimus Platz zu finden. Tapfer habe ich die Wange verdrückt. Das Auge allerdings, das unter dem Johlen meiner Kollegen vom Wirt aus dem Schädel gepuhlt und mir direk zubereitet wurde, habe ich nicht geschafft.
Das Auge isst mit - wird aber nicht mitgegessen. Jedenfalls nicht von mir...
Dienstag, 7. Oktober 2008
Neuer Job

Die letzten Wochen waren für mich etwas hektisch und ich muss mich an dieser Stelle gleich einmal entschuldigen, dass ich mich nicht von jedem persönlich verabschieden konnte. Fragen wie "Was macht der Vogel denn in Norwegen?!" sind also absolut berechtigt. Um alle auf den neusten Stand zu bringen fasse ich nochmal ganz kurz zusammen: Vorletzte Woche bin ich nach Norwegen ausgewandert, um mich im schönen Bergen als Bohringenieur zu versuchen. Seit letzter Woche arbeite ich nun im Team der Bohrinsel Visund. Zur Zeit überschlagen sich schon die Ereignisse und ich bin echt gespannt, wann ich das erste mal von der Insel posten werde. Nächste Woche durchlaufe ich eventuell schon das dazu notwendige Sicherheitstraining.
Erstes Touristenfoto
Blog
Endlich ist der LKW mit meinen Sachen in Bergen angekommen und ich habe immerhin zwei Umzugskartons in meinem temporären Apartment ausgepackt. Da eine der Kisten mein Laptop enthalten hat und ich ein ungesichertes WLAN gefunden habe (tusen takk an meinen unbekannten norwegischen Gönner), kann ich Euch nun endlich mal ein paar Zeilen schreiben.